Harfe

Parcival 24

Der Instrumentenbauer Dave Atkinson hat neben Drehleiern und Fiedeln auch historische Harfen gebaut. Im Februar 2012 habe ich dieses Modell über eine Kleinanzeige erworben. Vom Design her hat Dave eine Einfachpedalharfe "verkleinert" - man beachte den angedeuteten Pedalkasten. Besonders schön ist das goldene "Krönchen" als Säulenabschluß. Insgesamt ist die zierlich-schlanke Harfe sehr liebevoll ausgearbeitet, weshalb ich sie auch gekauft habe.

Die vergangenen 11 Lebensjahre sind nicht ganz spurlos an der Harfe vorüber gegangen. Am Korpus und Wirbelstock hat sie einige Macken und Druckstellen mitbekommen. Acht der 24 Nylonsaiten passten zudem nicht zur restlichen Originalbesaitung. Und die massive Vorderstange hatte sich im Widerlager nach Unten, zur Bodenplatte, verschoben und dabei einen Spalt am Korpus aufgedrückt.

In den frostigen Februar-Abenden 2012 habe ich die kleine Harfe vollständig aufgearbeitet, geleimt und neu besaitet. Die Oberfläche glänzt dank Kunos-Naturölsiegel nun wieder "samtweich" und fühlt sich auch so an.

Damit die Harfe sich auf Reisen nicht so schnell bei klimatischen Änderungen verstimmt, kam Darm als Saitenmaterial nicht in Frage. Bei den teils recht langen Mensuren im Bass, scheiden Carbonsaiten wegen der dann viel zu dünnen Saitendicke ebenfalls aus - das haptische Gefühl beim Spielen wäre "einschneidend" und der Ton zu "schreiend". Blieb als Saitenmaterial nur Nylon übrig. Allerdings in der technisch besseren Version als sog. Nylon 6.12 namens "Tynex". Da ich mich bei meinen Berechnungen nicht ausschließlich auf den Online-Saitenrechner verlassen wollte, habe ich den errechneten Saitensatz durch Martin Gust, mit seinen jahrelangen Erfahrungswerten, geringfügig optimieren lassen.

Nun klingt die Harfe ausgewogen "leicht", spricht schnell an und sieht wieder hübsch aus.

Für Tonartwechsel hat die Harfe Robinson-Halbtonmechaniken an C und F - Saiten bekommen. Neben der Grundstimmung C-Dur sind somit auch G-Dur und D-Dur möglich, sowie deren Moll-Tonarten.

Bilder nach der Aufarbeitung


Bilder vor der Aufarbeitung 2012

Verzapfung zwischen Klangkorpus und Wirbelstock, in der Mitte mit Deckplatte, rechts das Gegenstück im Wirbelstock


Erbauer
  David Atkinson
Modell
  Parcival
Material, Oberfläche
  deutscher Ahorn, geflammte Fichten-Klangdecke, Hartöl
Saitenzahl und Material
  24 Saiten / Tynex, Carbon und Nylgut
mittlerer Saitenabstand
  15,5 mm / keltische Saitenspannung / Gesamtzug 224 kg
Baujahr
  2001
H x B x L / Gewicht
  112 x 55 x 23 cm / 4,7 kg
Tonumfang
  C-Dur, e - g'''
Halbtonmechaniken
  6x Robinson-Klappen an C und F
Neuwert
  ca. 1150 €
Sonstiges
  2012 aufgearbeitet und neu besaitet