Bordunzither

Auf dieser Webseite geht es um Bordun-Zithern. Dabei handelt es sich um Zupfinstrumente mit Melodiesaiten aus Metall und zusätzlichen Bordun-Begleitsaiten aus Darm oder umsponnenen Metall. Die Tonskalen sind zumeist diatonisch. Im Laufe der Zeit haben sich diese einfachen "Lumpen-Instrumente" vom sogenannten Scheitholt des 15. Jahrhunderts bis zum heutigen Dulcimer weiter entwickelt. Das Scheitholt ist quasi die Urform der norddeutschen Hummel, der süddeutschen Raffele oder der alt-flämischen "Épinette des Vosges".


Scheitholt - rechte Seite, Nr. 8 / Abbildung aus "Syntagma musicum" Band II (1618) von Michael Praetorius


Scheitholt-Nachbau 2013 von Peter aus dem Dulcimerforum

Seit dem frühen 18.Jahrhundert zog es viele deutsche und europäische Auswanderer ins "neue Land" an die Ostküste Nordamerikas. In den Bundesstaaten Pennsylvania und New Jersey entstanden die ersten Auswanderersiedlungen von deutschen, schottischen, irischen und französischen Emigranten. Einige der neuen Siedler brachten ihr "German-Scheitholt", eine "Raffele" oder eine andere Form der Griffbrettzither mit. Die Instrumente verbreiteten sich über die Handelswege - der sogenannten "Wilderness Road" - rund um die Bergkette der Appalachian (Virginia, Kentucky, Tennessee, Carolina usw.) und wurden dort im Laufe der Zeit weiter entwickelt. Es entstanden verschiedene Korpusformen, als Markenzeichen und Ausdrucksform des jeweiligen Woodworkers. Am bekanntesten ist wohl die typische Hourglass-Form, die J. Ed Thomas 1871 entworfen hat. Durch seine Kontakte zu den Siedlungsschulen, wurde diese Sanduhrform in den nördlichen Appalachain-Gebieten populär. In den südlichen und westlicheren Gebieten der USA bevorzugte man eher die Kastenform oder den "Teardrop".
Mitte der 1960er Jahre schwappte dann der "Mountain-Dulcimer" oder auch "Appalachian-Dulcimer" mit der Hippie-Bewegung der "68er" zurück nach Old-Germany und hat sich seit dem auch wieder hier etabliert.